Exkurs: Unfreie Messenger

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Am Markt gibt es verschiedene Anbieter, die kommerzielle Produkte für Schulen / Bildungseinrichtungen anbieten oder planen. Bekannt sind bisher Stashcat und IServ. Gemeinsam ist allen, daß hier keine offenen Schnittstellen vorhanden sind, die das Bundesjustizministerium eigentlich fordert: >> Offenes WhatsApp<<. Auch ist weder der Quellcode einsehbar, noch ist eine kostenfreie Nutzung möglich.

Stashcat

Stashcat setzt auf ein technisches “Abschotten” des Systems zur Absicherung, wodurch Mißbrauch vermieden werden soll. Der Unternehmenssitz der Heinekingmedia GmbH ist in Hannover (Niedersachsen), wo auch die Polizei und einige Schulen zu den Nutzern zählen. Auf Schul.cloud (Heinekingmedia) wird sogar damit geworben: “So sicher, dass es auch die Polizei erlaubt! Mehr zum Polizeimessenger.”

Darüber hinaus wird Stashcat u.a. auch bei der CDU in Niedersachsen als “parteiinterner Messenger” angeboten. Hier wurde argumentiert, daß dies auch eine Wirtschaftsförderung sei.

Anmerkung: Es wird vermutet, daß Stashcat als Protokoll Jabber(XMPP) nutzt.

IServ

Von der Firma IServe liegt folgende Information vom 19.11.2018 vor:

„Der [geplante] Messenger ist für die schulinterne Kommunikation gedacht. Er läuft auf den jeweiligen Servern der Schulen, wir selbst betreiben die Infrastruktur nicht. Er ist nicht für die private Kommunikation gedacht, wir treten damit nicht in den Wettbewerb mit Diensten wie Whatsapp. Eine Verbreitung über die jeweilige Schule hinaus ist also auch nicht unser Ziel. Selbst wenn wir in Zukunft die Möglichkeit implementieren würden, den Dienst nach außen hin zu öffnen, bleibt das in jedem Fall eine Entscheidung der Serverbetreiber, ob diese das tatsächlich möchten. Damit geht ja nicht nur Positives einher.“

Gemeinsamkeiten

Allen Lösungen gemeinsam ist, daß der Benutzer für die Nutzung wieder eine neue, inkompatible Messenger-App installieren muß. Auch kann nicht gefordert werden, berufliche Apps auf privaten Geräten zu installieren - in diesem Fall müssen dienstliche Geräte zur Verfügung gestellt werden. Alternativ wäre zu klären, ob/wie berufliche Nachrichten auf privaten Geräten erlaubt sind.