Probleme

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Es gibt Probleme, die bei allen Messengern und unabhängig vom verwendeten Betriebssystem auftreten können. Diese können technischer Natur sein - oder auch durch menschliches Fehlverhalten hervorgerufen werden.

Systembedingte Beendigung von Apps

Bei Smartphones ist eine lange Akkulaufzeit wichtig. Dabei werden von zahlreichen Herstellern jedoch problematische Stromsparmaßnahmen ergriffen – mit teils unerfreulichen Nebeneffekten. Nicht vom Hersteller freigegebene Apps werden bei vermeintlicher Inaktivität oder nach einer gewissen Zeit einfach gestoppt um Strom zu sparen:

  • Zu Android-Systemen gibt es eine sehr gute (englischsprachige) Seite, die genau das aufzeigt und (zu Recht) anprangert: Don’t Kill My App (extern)
    „Don’t kill my app“ bedeutet soviel wie „Beende meine App nicht!“.
    Es gibt auch eine App hierzu:
  • Apple ist bei iOS jedoch noch restriktiver bei der Beendigung von im Hintergrund laufenden Apps!
  • Gute Informationen zur Problembehebung bei Benachrichtigungen findet man auch auf der Seite von Signal. Die Schritte zur Problembehebung sind je nach Telefonmodel und Betriebssystem unterschiedlich - und nicht nur für Signal-Nutzer hilfreich:

Menschliches Fehlverhalten

Gruppendruck und Medienstress

Nicht nur WhatsApp kann Gruppendruck und sozialen Zwang erzeugen. Gerade Jugendliche möchten nichts verpassen, beliebt und „in“ sein. Da fällt es schwer sich auszuklinken, das Handy abzuschalten oder sich die Blöße zu geben, nicht immer sofort auf Nachrichten zu reagieren. Man ist ständig verfügbar und hat das Gefühl, auf jede Nachricht sofort reagieren zu müssen.

Bestenfalls reguliert sich der Medienstress nach einer Phase intensiver Nutzung von selbst, wenn junge Nutzer merken, wie viel Zeit über das Smartphone verbraucht wird. Gemeinsam vereinbarte Regeln und Einschränkungen für die Handy-Nutzung unterstützen dabei. Auch kann ein gemeinsamer Elternabend zu dem Thema weiterhelfen, um die Problematik in ihrer Tragweite für Klassen und Gruppen zu erfassen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Kettenbriefe

Leider verbreiten sich Kettenbriefe mit oft ernsten Inhalten (Betrugsversuche, Einschüchterungen, Drohungen oder sogar Todesprognosen) über Messenger rasch, verunsichern und ängstigen. Wer Kettenbriefe -egal welcher Art- erhält, sollte deshalb diese Dreier-Regel beherzigen:

  1. Nicht weiterschicken,
  2. löschen,
  3. jemandem davon erzählen!

Kettenbrief-Roboter

Es ist wichtig, hier Bescheid zu wissen und auch bei Bedarf Hilfe zu erhalten. Saferinternet.at bietet hier einen automatisierten Service um Kinder vom psychischen Druck, der von solchen Inhalten ausgeht, zu entlasten. Auf der Seite besteht die Möglichkeit, Texte einzugeben und dann vom Kettenbrief-Roboter entsprechend hilfreiche Antworten zu bekommen. Das geht auch per WhatsApp-Nachricht an eine Telefonnummer - was jedoch aus Sicht der zentralen Metadatenauswertung von Facebook nicht optimal ist - gerade bei solch sensiblen Themen.

Zur Seite: https://www.saferinternet.at/projekte/der-kettenbrief-chatbot/ (extern)

Mobbing

Insbesondere in den Gruppenchats kommt es zu Beleidigungen, Übergriffen und Mobbingattacken. Die Gruppenkommunikation belastet Opfer besonders, wenn Anfeindungen und Attacken in der Gruppe systematisch gegen eine Person gehen. Selbst „Hass-Gruppen“ werden gegründet, deren Zweck darin besteht andere fertig zu machen.

Gemobbte sollten gar nicht erst antworten, solche Gruppen verlassen, zur Blockierfunktion (s.u. „Kontakte blockieren“) greifen und sich jemandem anvertrauen. Es hilft, wenn Eltern sich für die Freundeskreise und Gruppen interessieren, in denen ihre Kinder aktiv sind. Ein guter Kontakt zu den Eltern macht es jugendlichen Mobbing-Opfern leichter, ihnen von Anfeindungen zu erzählen.

Um Mobbing zur Anzeige zu bringen, sollten Beweise gesichert werden, z.B. per Weiterleitung (s.u. „Inhalte weiterleiten“) oder Bildschirmkopien erstellt werden (screenshots).

Quelle: https://www.internet-abc.de/eltern/familie-medien/kommunikation-handy-whatsapp-facebook/whatsapp/whatsapp-fuer-kinder-und-jugendliche/

Beschwerdestelle

Sollten über das Medium Messenger jugendschutzgefährdende oder strafbare Inhalte - z.B. in öffentlichen oder auch privat organisierten Chaträumen - festgestellt werden, können diese Vorfälle der „Internet-Beschwerdestelle.de“ als Beschwerde (extern) gemeldet werden. Diese ist ein gemeinsames Projekt von eco - Verband der Internetwirtschaft e. V. und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM).

Über „Internet-Beschwerdestelle.de“ eingehende Beschwerden werden zunächst juristisch geprüft. Wenn der gemeldete Inhalt gegen die einschlägigen Jugendmedienschutzgesetze bzw. einschlägigen Strafgesetze verstößt, können die Betreiber von „Internet-Beschwerdestelle.de“ weitere Schritte einleiten: Der Inhalte-Anbieter wird direkt aufgefordert, den Inhalt abzuändern bzw. der Host-Provider gebeten, die Entfernung des Inhaltes zu veranlassen. In gravierenden Fällen kann die Beschwerde in anonymisierter Form auch direkt an die zuständige staatliche Stelle weitergeleitet werden.

Nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) werden demnach Beschwerden mit folgenden Inhalten bearbeitet:

  • Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen (auch virtuell)
  • frei zugängliche Tier- bzw. Gewaltpornografie
  • Darstellungen von Kindern und Jugendlichen in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung
  • verherrlichende, verharmlosende oder menschenunwürdige Gewaltdarstellungen
  • volksverhetzende und kriegsverherrlichende Darstellungen, Propagandamittel verfassungswidriger Organisationen
  • indizierte Darstellungen
  • sonstige jugendgefährdende Inhalte, die frei zugänglich sind, und Inhalte, die nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) unzulässig sind
  • Verstöße gegen die anerkannten journalistischen Grundsätze durch Mitglieder der FSM
  • Verstoß gegen die Pflichten zur Anbieterkennzeichnung durch Mitglieder der FSM

Anmerkung:
Neben Beschwerden zu „Chat“ können auch Vorfälle zu Internetseiten, E-Mail, Tauschbörsen, Newsgroups, Diskussionsforen oder sonstige Inhalte gemeldet werden.

Quelle: https://www.internet-beschwerdestelle.de.html (extern)

Messengerhype

Das Thema Messenger sollte nicht überbewertet werden. Auch hat diese Art der Kommunikation echte Nachteile - im Privatbereich besteht unbestritten sogar echte Suchtgefahr. Auf meine Frage, auf welchem Kommunikationsweg ein Bekannter seine priorisierten (wichtigen) Nachrichten mitteilt, habe ich folgende Antwort bekommen, die ich voll unterstütze:


Frage: Wie teilst du priorisierte Nachrichten mit?

Da habe ich verschiedene Methoden:

Ganz altmodisch per Telefon. Wenn es dringend ist, rufe ich an. Wenn keiner ran geht, schicke ich eine SMS oder eine E-Mail hinterher - oder beides. Bei manchen Leuten weiß ich auch, dass sie z. B. auf Arbeit nicht telefonieren, aber Messenger-Nachrichten beantworten. Da nutze ich dann [Messenger XY] oder SMS.

Andersherum hilft auch ein Anruf, wenn eine wichtige E-Mail ein paar Tage unbeantwortet bleibt.

Und ich helfe dem Leser beim selbst priorisieren indem ich einen Betreff wähle, der den Inhalt zusammenfasst. Wenn es wirklich dringend/wichtig ist, kann auch ein “Dringend” an den Anfang der Betreffzeile. Manche komplexen Anfragen können auch in mehrere E-Mails mit verschiedenen Themen geteilt werden. Dann kann mein Gegenüber auch wieder frei entscheiden, die Mail mit der kurzen Info sofort zu beantworten und das kompliziertere Thema später, wenn es ruhiger ist.

Und vermutlich der zweitwichtigste Aspekt - ich verschicke nicht so viele irrelevante Nachrichten. Ich bekam öfter mal das Feedback von Freunden, dass meine Facebook-Posts gelesen wurden - denn ich würde ja nur so selten etwas posten.

In Gruppenchats dagegen treibe ich mich kaum noch herum. Die nerven, sind voll mit Babyfotos, Memos, Kettenbriefen und nicht zum Thema passenden Petitionen - wichtige Termine [Inhalte] sind irgendwo dazwischen verschollen.

Der wichtigste Aspekt ist das Recht auf Nichterreichbarkeit und Ruhe. Ich muss nicht immer erreichbar sein und meine Kommunikationspartner müssen das auch nicht. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Dinge gar nicht so dringend, dass sie sofort beantwortet werden müssen oder nicht bis zum nächsten Tag oder Treffen Zeit hätten. Und nebenbei führt ein nicht ständig piependes Telefon zu weniger Stress. Und wenn es doch dringend ist, siehe oben.

Zusammengefasst heißt das: Ich denke vorher nach, ob und für wen meine Nachricht wichtig und/oder dringend ist und wähle dann den passenden Kommunikationskanal.


Auch ist es wichtig, die richtigen Empfänger zu wählen und seine Nachrichten nicht unnötig breit zu streuen.