Briar

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Mit Briar (engl. für dorniges Dickicht, Dornenbusch) können sich Nutzer anonym und zur Not auch ohne Internetverbindung austauschen. Die Kommunikation läuft über das Tor-Netzwerk und kommt ohne zentrale Server aus. Dabei kann Briar über Bluetooth oder WLAN auch direkte Verbindungen zu anderen Instanzen in der unmittelbaren Umgebung aufbauen. Sämtliche Gesprächsinhalte sind verschlüsselt nur auf den Geräten der beteiligten Kommunikationspartner gespeichert.

Neue Kommunikationspartner können sich untereinander nur direkt (Gerät-zu-Gerät) bekanntmachen und müssen also zur selben Zeit am selben Ort sein. Einen bereits bekannten Kontakt kann man per Einladungsvorschlag einem anderen bekannten Kontakt vorschlagen, was zwar sehr restriktiv ist, allerdings dafür auch sehr sicher. Briar unterscheidet sich von anderen Messengern dadurch, dass zur Kontaktregistrierung keine persönlichen Daten wie SIM-Karte, Telefonnummer, E-Mailadresse, oder Messenger-ID notwendig sind. Wichtige Benutzergruppen für Briar umfassen Aktivisten und Journalisten, die auf sichere Kommunikation angewiesen sind. Auch in Katastrophenfällen kann die verwendete Technologie (kein zwingender Internetzugang) eingesetzt werden und hilfreich sein.

Briar schützt vor:

  • der Überwachung von Metadaten (wer mit wem, wann und wie lange schreibt),
  • der Überwachung der Inhalte (worüber getextet wird),
  • der Zensur von Inhalten durch Filter,
  • der Unterbrechung der Kommunikation durch Trennung/Abschalten des Internets,
  • Denial-of-Service-Attacken.

Technischer Hintergrund:
Briar nutzt das Hidden-Service-Protokoll von Tor. Die Apps der Teilnehmer kommunizieren nicht direkt miteinander, sondern verbinden sich zunächst mit dem auf dem Gerät laufenden Tor-Dienst. Damit soll sichergestellt sein, dass die Kommunikation vollständig anonym abläuft und niemand herausfinden kann, wer sich mit wem austauscht.

Informationen zur F-Droid-Quelle:
Briar hat ein eigenes F-Droid-Repository, da Code des Tor-Projektes verwendet wird und die App deshalb nicht direkt in F-Droid verfügbar sein kann. Anscheinend wird diesbezüglich am Code gearbeitet, damit Briar regulär aufgenommen werden kann. Die zusätzliche Paketquelle ist deshalb bis zu diesem Zeitpunkt wie folgt zu installieren:

  • Einzutragende Adresse: „https://briarproject.org/fdroid/repo?“
  • Fingerabdruck: „1FB874BEE7276D28ECB2C9B06E8A122EC4BCB4008161436CE474C257CBF49BD6“

Englischsprachige Anleitung zu “F-Droid” direkt von Briar: https://briarproject.org/download.html (extern)

Nutzungshinweise

Erster Start

Beim ersten Start muß ein Name und ein Passwort eingegeben werden. Der Benutzername kann danach nicht mehr geändert werden - außer man hat die Zugangsdaten „vergessen“ und legt eine neue, leere Datenbank (mit neuem Namen) an. Das Passwort wird auf die Verschlüsselungsstärke geprüft. Das bedeutet, es muss eine Kombination von Länge und unterschiedlichen Zeichen sein, die nicht als „unsicher“ gilt. -> MEHR INFOS??

Kontakte hinzufügen

Das Hinzufügen von Kontakten ist nur möglich, wenn beide Geräte physisch am selben Ort sind oder durch Empfehlung eines schon vorhandenen Briar-Kontaktes an einen anderen (dazu später mehr).

1. Direkte Bekanntmachung

Der Barcode (angezeigter QR-Code) des jeweils anderen Geräts muß auf beiden Geräten eingelesen (mit der Kamera erfasst und erkannt) werden. Erst wenn dies gegenseitig funktioniert hat, werden die Kontaktdaten automatisch ausgetauscht. Anschließend ist man verbunden und kann lostexten.

2. Bekanntmachung durch Empfehlung

Wenn jemand zwei Kontakte in Briar hat und diese untereinander „vermittelt“ werden sollen, ist das möglich und hat für diese den Vorteil, nicht am selben Ort sein zu müssen. Hierzu schlägt man einem Kontakt einen anderen als „Kontaktempfehlung“ vor und fungiert als Vermittler:

Eigenes Gerät
Gerät von Kontakt

Beim zweiten Kontakt läuft das entsprechend wie beim ersten Kontakt ab.

Stromverbrauch

Briar benötigt auf Grund des Betriebes ohne Server deutlich mehr Strom auf einem Endgerät als beispielsweise ein Jabber-Client. In Praxisvergleichen hat sich gezeigt, das der Stomverbrauch ca. 4mal höher ist. Eine durchgehende, tägliche Nutzung ist bei einem Geräte-Akku mit geringerer Leistung nicht/schwer möglich.

Aber:
Ökologisch und ökonomisch betrachtet ist der Betrieb von Briar in der Summe jedoch besser (im Vergleich zu dezentralen oder zentralen Systemen), da lediglich Endgeräte betrieben werden und keine Server erforderlich sind. Diese benötigen deutlich mehr Strom für den Betrieb und die durchgehend erbrachte Leistung wird oftmals nur zu einem Bruchteil tatsächlich genutzt - und somit Ressourcen verschwendet.


Englischsprachige Startseite des Projektes: https://briarproject.org/ (extern)
Englischsprachige Briar-Anleitung: https://briarproject.org/manual/ (extern)

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