Bildungsträger

- Lesezeit: 3 Minuten -

Freie Messenger an Schulen / Bildungseinrichtungen

Um im Bereich des Datenschutzes nicht bevormundet zu werden, ist eine grundlegende Kommunikationskompetenz erforderlich. Es ist wichtig, die Bedeutung von freier Software - und hier insbesondere von freien Messengern - frühzeitig schon an Bildungseinrichtungen zu vermitteln. Unabhängige und selbstbestimmte Entscheidungen sind nur dann möglich, wenn man einen Überblick über die verschiedenen Systeme und Hintergründe hat.

Wenn man in das Thema “Alternativen zu WhatsApp / Freie Messenger” einsteigen möchte, sollte auch die Schulleitung tatsächlich dahinter stehen. Die Erkenntnis “Ach sowas geht? Ich dachte das geht nur mit WhatsApp.” ist extrem wichtig. Wie intensiv sich die jeweilige Schule/Lehrkraft mit dem Thema auseinandersetzen will, kann und sollte selbstbestimmt sein. Oft entwickelt sich das auch aus einer Eigendynamik heraus …

Das Thema Freie Messenger an Schulen kann in verschiedene Bereiche unterteilt werden, die aufeinander aufbauen können. Bei allen sollte eine entsprechende Planungs- und Einführungsphase stattfinden:

a) “Messengerkompetenz”

Hierunter fällt alles, was mit der Information und Aufklärung im Rahmen des Unterrichts zusammenhängt.

Theoretische Inhalte:

  • Was ist Kommunikation?
  • Was macht WhatsApp? / Was sind freie Messenger?
  • Was bedeutet Datenschutz und Privatsphäre?
  • Was versteht man unter Metadaten? Warum sind diese für Firmen so interessant?
  • Was ist Verschlüsselung und wie funktioniert diese prinzipiell?
  • Auf welchen Geräten kann getextet werden?
  • Mobbing, Datensicherheit, …

Praktische Inhalte:

  • Anlage und Nutzen von Chat-Konten auf Smartphones und PC
  • Verschlüsselung
  • Datensicherung
  • Netzwerkstrukturen, …

Generell gilt:
Im Vorfeld ist zu entscheiden (zu planen), welche Inhalte in welchen Fächern/Bereichen vermittelt werden sollen. Ob die Themen bereits aufbereitet präsentiert - oder im Unterricht selbst erarbeitet werden, liegt in der Eigenkompetenz der jeweiligen Lehrkraft.

b) “Messengernutzung”

Aktive Nutzung von freien Alternativen. Ziel sollte sein, unabhängig von der Nutzung von WhatsApp oder sonstigen zentralen Lösungen zusätzlich über einen freien Messenger erreichbar zu sein. Mögliche Nutzergruppen: * Schüler * Klassengruppen * Lerngemeinschaften * Lehrkräfte * Kollegium

c) “Technischer Betrieb”

Je nach fachlicher Kompetenz an der Schule - und Interesse seitens der Schüler - kann auch ein eigener Schulserver eingerichtet und betrieben werden. Als „Steigerung“ und Alternative für mögliche technische Lösungen könnte auch eine quelloffene Team-Software wie Mattermost (extern) in Frage kommen.


Referenzschule/-einrichtung

Für Bildungseinrichtungen sollen Unterrichtsmaterialien, Checklisten und Anleitungen erstellt und zum Herunterladen bereitgestellt werden.

Hierzu werden “Referenzschulen” gesucht, die sich aktiv einbringen und beteiligen möchten.

Interessierte Einrichtungen (alle Schularten) im deutschsprachigen Raum können sich gerne melden >> Kontakt <<. Auch wenn bereits freie Messenger aktiv eingesetzt werden, würde mich eine kurze Information freuen.

Externe Unterlagen

Faltblatt zum Thema „Schulischer Datenschutz“:
https://www.datenschutz.rlp.de/fileadmin/lfdi/Dokumente/Publikationen/flyer-schulischer-datenschutz.pdf (extern)
Quelle: Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz