Entscheidungshilfe

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Vorab

Zum Thema „Messenger“ gibt es schon reichlich Übersichten, die bei der Entscheidungsfindung helfen können: >> hier <<

Grundsätzlich gilt jedoch: Es gibt keinen „besten“ oder „sichersten“ Messenger”, jedes System hat Stärken und Schwächen. Hierzu ein sehr informativer Artikel:
https://www.kuketz-blog.de/kommentar-den-idealen-messenger-wird-es-nie-geben/ (extern)

Jeder Anbieter wird „sein“ Produkt, d.h. „seinen“ Messenger in Vergleichen immer positiv darstellen und es gibt kaum brauchbare Vergleiche und wenn, dann fehlen oft wichtige Merkmale. Das war der Grund, eine eigene, unabhängige Übersicht von Messengersystemen zu erstellen.

Alle hier aufgeführten Systeme sind dezentral und frei. Dennoch gibt es auf Grund des unterschiedlichen, technischen Aufbaus (Protokolle) wesentliche Unterschiede. Das hat den Vorteil, dass man das für sich passende System wählen oder auch mehrere parallel nutzen kann - oder als Ergänzung zu seinem bisherigen Lieblingsmessenger.

In welchen Fällen ist ein e-Mail-Messenger die bessere Wahl?

  • Wenn „einfach jeder“ erreicht werden soll.
    Mit einem e-Mail-Messenger sind deutlich mehr Empfänger bzw. Kontakte möglich wie z.B. bei WhatsApp.

  • Es wird kein sozialer Druck aufgebaut, ein bestimmtes Programm installieren zu müssen.
    Durch die extrem breite Nutzerbasis (weltweit alle e-Mail-Adressen!), wird es möglich, auch mit Kontakten zu kommunizieren, ohne dass diese ein spezielles Messenger-Programm benötigen!

    Aber:
    Nutzt das Gegenüber kein Delta Chat wird die Nachricht im “schlimmsten Fall” über e-Mail-Server geleitet, die untereinander kein TLS sprechen.
    Ergo: Die Nachricht wird als lesbare “Postkarte” versendet. Wenn das ein Problem ist, ist -> XMPP zu empfehlen.

In welchen Fällen ist XMPP die bessere Wahl?

  • Wenn der Onlinestatus übermittelt und angezeigt werden soll.

  • Wenn gleichzeitig mehrere unterschiedliche Konten genutzt werden sollen
    (z.B. für persönliche, private, anonyme oder geschäftliche Kontakte).

  • Wenn Gruppen nur von bestimmten Personen administriert werden sollen.

  • Manche Teilnehmer nur Lesezugriff erhalten sollen.

  • Wenn eine anonyme und maximal (daten-)sichere Kommunikation erforderlich ist
    (z.B. in sicherheitskritischen Bereichen; bei Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben; in Krisen- und Kriegsgebieten; sicherheitsaffine Anwender).

Conversations oder PixArt?

Neben den funktionalen bzw. optischen Unterschieden >> hier << gibt es auch Unterschiede bei der Installation:

Standard-Android-Phone

Wenn Jabber auf einem Android-Gerät mit Google-Standard-Einstellungen genutzt werden soll, kann PixArt einfach und kostenlos über den PlayStore installiert werden oder mit Conversations der Entwickler finanziell unterstützt werden.

F-Droid-Nutzer

Wer bereits „F-Droid“ nutzt, kann natürlich diese Quelle verwenden! Das gilt auch für google-freie Geräte wie das „Fairphone“.

Voraussetzung:
In den Android-Einstellungen muss die Option „Installation aus unbekannten Quellen“ einmalig oder dauerhaft aktiviert werden. Dies ist jedoch kein zusätzliches Sicherheitsproblem, da selbst im Google-Play-Store genügend Schadsoftware oder Software mit Trackern und Werbung zu finden ist. Bezeichnender wäre deshalb eigentlich: „Installation aus Google-unabhängigen Quellen“.

Wesentliche Unterschiede zw. Conversations (XMPP) und Delta Chat (IMAP)

Wesentliche Unterschiede Conversations (XMPP) Delta Chat (IMAP)
Kommunikation möglich mit … Conversations und alle anderen Messenger auf XMPP-Basis
(kleinere Nutzergruppe)
Delta Chat und alle e-Mail-Programme
(größtmögliche Nutzergruppe)
Mehrere Konten im selben Messenger möglich ja nein
Onlinestatus möglich ja nein
Teilnehmerberechtigungen in Gruppen/Konferenzen Eigentümer, Administrator, Mitglied, Leser alle gleichberechtigt
Öffentliche Gruppen ja nein
Speicherort der Kontakte bei Serverbetreiber auf Endgerät

Tabelle: Stand 05/2018

In welchen Fällen ist “Briar” die richtige Wahl?

  • Wenn eine Kommunikation ohne Internetzugang möglich sein soll (z.B. in geschlossenen Arbeitsbereichen, Lebensgemeinschaften - oder auch bei zerstörter Infrastruktur).

  • Wenn auch lokal kein gemeinsamer Server vorhanden ist (die Geräte der Benutzer verbinden sich direkt über Bluetooth oder WLAN miteinander).

  • Wenn das Tor-Netzwerk genutzt werden soll (Voraussetzung hier: Internetzugang).

  • Ideal für Personen mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis wie Aktivisten, Journalisten und alle anderen, die eine sichere, einfache und robuste Methode zur Kommunikation benötigen.