Was sind freie Messenger?

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Was sind „Freie Messenger“? Und warum braucht die Welt „Freie Messenger“, wenn es doch bereits unzählige gibt wie …

  • Europas prominentester Messenger: WhatsApp
  • ein preisgekrönter, deutscher Messenger: Hoccer
  • hochgelobte, „sichere“ Messenger: Signal, Threema, Wire, …
  • weitere weltweit verbreitete Messenger: Facebook Messenger, WeChat, QQ, iMessage, Skype, …
  • aber auch: Telegram, Viber, Line, Snapchat, Kakao-Talk, …
  • sowie die neuen Sterne am Messengerhimmel wie: Briar, Ring, Riot, Tox, …
  • … und so weiter und so fort …

Definition:
Freie Messenger im Sinne dieser Seiten sind dezentrale Chatsysteme. Jeglicher Bestandteil dieser Systeme muss die Kriterien von freien Programmen erfüllen und sicher (zukunftssicher) sein.


Freiheit

… im Sinne von „Freie Messenger“:

Hierunter werden die strengen Kriterien der „Free Software Foundation“ für „freie Software“ verstanden:

  1. Die Freiheit, das Programm auszuführen wie man möchte und für jeden Zweck.
    Hierbei darf es keinerlei Einschränkungen geben, bezogen auf:

    • Zeit (z.B. „30 Tage Testphase“, „Lizenz endet am 31. Dezember 2030“)
    • Zweck („Verwendung gestattet für Forschung und nichtkommerzielle Anwendung“, „darf nicht für Leistungsvergleiche (Benchmarking) eingesetzt werden“) oder
    • Ort / willkürliche geographische Beschränkungen („darf nur/nicht im Land XY verwendet werden“)
  2. Die Freiheit, die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen, und es an seine Bedürfnisse anzupassen
    Ohne die Freiheit, ein Programm zu ändern, bleiben die Anwender vom Wohlwollen eines einzigen Anbieters abhängig. Der Zugang zum Quellcode ist dafür Voraussetzung.

  3. Die Freiheit, Kopien weiterzugeben und damit seinen Mitmenschen zu helfen
    Software kann praktisch ohne Kosten kopiert und weitergegeben werden. Das Verbot, ein Programm an eine Person weiterzugeben, die es braucht, macht dieses Programm unfrei.

  4. Die Freiheit, ein Programm zu verbessern, und die Verbesserungen an die Öffentlichkeit weiterzugeben, so daß die gesamte Gesellschaft profitiert.
    Der Zugang zum Quellcode ist auch dafür Voraussetzung.


Sicherheit

… im Sinne von „Freie Messenger“:

  1. Sicherheit im Datenschutz
    durch dezentrale Strukturen und nicht kommerzielle Ziele

  2. Sicherung des freiheitlichen Denkens und Entscheidens
    durch Aufklärung und Vermittlung von Wissen und Gesamtzusammenhängen

  3. Rechtssicherheit
    durch Respekt der Privatsphäre und Einhaltung des Datenschutzes

  4. Übertragungssicherheit
    durch Verwendung von starken Verschlüsselungsmethoden und keiner zentralen Möglichkeit zur Auswertung von „Metadaten“.
    Vorsicht: Um diesen Teilaspekt der Sicherheit geht es i.d.R. bei „sicheren“ Messengern.

  5. Technische Sicherheit
    durch Verwendung von Standards

… bedeutet: >> Zukunftssicherheit <<